Schwingklub Burgdorf – schon bald 100 Jahre alt

Der Schwingklub Burgdorf wurde 1920 gegründet, ein Jahr nach der Durchführung des Emmentalischen Schwingfestes 1919 in Burgdorf. Im Emmentalischen Schwingerverband (gegründet 1898) sah man die Entstehung eines Schwingklubs nicht gerne, witterte gar separatistische Tendenzen. Möglicherweise ist den Burgdorfern die heutige stattliche Anzahl von acht emmentalischen Klubs zu verdanken. Der Schwingklub Burgdorf gehört noch heute dem Emmentalischen Schwingerverband an. Die stolze Fahne der Emmentaler Schwinger trägt denn auch das Schloss Burgdorf als Symbol der Identifikation mit der Heimat.

Bedingt durch die geografische Lage – der Verein liegt im schwingerischen (nicht aber im politischen) Grenzgebiet Emmental-Oberaargau – zählen sich viele Burgdorfer Schwinger in der Gegenwart wie in der Vergangenheit zum Oberaargauischen Schwingerverband, was dem Schwingklub Burgdorf eine im schwingerischen Umfeld einzigartige Doppelvertretung einbringt. In beiden Schwingerverbänden sind die Burgdorfer anerkannt und respektiert – die Kameradschaft unter Schwingern macht vor Verbandsgrenzen nicht Halt.

Als Höhepunkte in der Vereinsgeschichte gelten die Schwingerkönigstitel von nicht weniger als drei Athleten: Robert Roth siegte 1919 in Langenthal und 1921 in Bern. Dessen Bruder Hans Roth machte es ihm 1929 in Basel und 1931 in Zürich nach. Und schliesslich krönte sich in jüngerer Zeit Silvio Rüfenacht am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 1992 in Olten zum König.

Der Schwingklub Burgdorf organisierte in der Vergangenheit immer wieder mit Erfolg schwingerische Grossanlässe: 1923, 1939, 1995 (zum 75-Jahr-Jubiläum des Klubs) und zuletzt 2005 fanden Emmentalische Schwingfeste in Burgdorf statt – 2005 (zum Zeitpunkt des 85jährigen Bestehens des Vereins) kam es sogar zu einem Zusammentreffen besonderer Art: am Pfingstwochenende traf sich das Schwingervolk zum „Oberaargauischen“ (Samstag) und zum „Emmentalischen“ (Pfingstmontag) auf demselben Festplatz auf der Schützematt. 1930 und 1982 war die Emmestadt zudem Gastgeberin für das Bernisch-kantonale Schwingfest.

Jährlich findet immer am zweiten Sonntag im September der traditionelle Lueg-Schwinget statt. Im Jahr 2015 konnte mit der 70. Durchführung ein kleines Jubiläum gefeiert werden. Seit über 40 Jahren sind die Freunde aus dem Thurgau, der Schwingklub Ottenberg, dabei willkommene Gäste. Ausserdem ist der Lueg-Schwinget fester Bestandteil des Oberaargauer Cups.

Ein Grossteil der Mitglieder des Schwingklubs Burgdorf besteht aus ehemaligen Schwingern. Und wie es in der Schwingerfamilie Brauch ist, stellt man sich nach dem Ende der Aktivkarriere seinem Sport weiterhin als ehrenamtlicher Funktionär zur Verfügung. Dieser Tradition verpflichtet, haben auch Burgdorfer Klubmitglieder immer wieder die Geschicke des Emmentalischen, des Oberaargauischen, aber auch des Bernisch-kantonalen Schwingerverbandes mitgeprägt.

Patrick Sommer ist der 14. Präsident des Schwingklubs Burgdorf. Er baut weiter an den Mauern, welche seine Vorgänger mit all ihren Vorstandsmitgliedern und Helfershelfern im Hintergrund begonnen haben – den Verstorbenen gedenken wir heute in Dankbarkeit.

1920 Emil Ruesch †   1958-1968 Gottfried Siegenthaler †
1921-1923 Otto Lanz †   1969 Hansruedi Siegenthaler †
1923-1924 Max Lüthi †   1970-1973 Urs Grimm
1925 Paul Grossenbacher †   1974-1989 Fritz Lüthi
1926-1931 Max Lüthi †   1990-1995 Samuel Rüfenacht
1932-1938 Ernst Wittwer †   1996-2007 Hans Siegenthaler
1939-1941 Werner Hofer †   2008-2017 Silvio Rüfenacht
1942-1957 Ernst Wittwer †   seit 2018 Patrick Sommer

Im Jahr 2020 wird der Schwingklub Burgdorf 100 Jahre alt. Sieben Jahre vor der 100-Jahr-Feier hatten die Burgdorfer Klubmitglieder aber das grösste Projekt anstehend, welches je in der Klubgeschichte, aber auch im Emmental, stattgefunden hat: das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2013 Burgdorf im Emmental. Der Schwingklub Burgdorf, in dessen Reihen die Idee zur Durchführung des grössten Sportanlasses der Schweiz entstanden ist, ist einer der fünf Trägervereine und half mit etlichen Mitgliedern im Organisationskomitee tatkräftig mit – zum Teil sogar in den vordersten Führungsgremien. Das „Eidgenössische“ welches am Wochenende vom 30. August bis 1. September 2013 stattgefunden hat, geht als absoluter Höhepunkt in die bald 100jährige Vereinsgeschichte ein.

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