72. Lueg-Schwinget vom 10. September 2017

Bei meist bewölktem Himmel, aber trockener Witterung fanden sich 600 Zuschauende auf der Lueg ein, um die Arbeit der angetretenen 67 Schwinger zu begutachten.

Am Ende sollte nach einer Durststrecke von 18 Jahren wieder einmal ein Einheimischer im Schlussgang stehen: der Burgdorf-Oberaargauer Tobias Siegenthaler trat somit die Nachfolge von Schwingerkönig Silvio Rüfenacht an, der 1999 letztmals im Lueg-Finale stand (und gewann). Silvio Rüfenacht, der dem OK Lueg-Schwinget seit 2008 vorstand, trat derweil von seiner Funktion als OK-Präsident zurück und wurde auf dem Festplatz geehrt.

Der Sieger war indes ein Emmentaler, der 2013 bereits einmal im Rang 1b klassiert gewesen war: Matthias Aeschbacher krönte seine guten Saisonleistungen, unter anderem mit Rang 4 am Unspunnen-Schwinget, mit dem ersten alleinigen Lueg-Titel und nahm von Jörg Moser, Hüttenwart des Landgasthofs Lueg, wo das Schwingfest alljährlich stattfindet, den Siegermuni "Force vo dr Lueg II" entgegen ("Force vor dr Lueg I" war der Name des letztjährigen Siegermunis). Eine schöne Anekdote ist die Tatsache, dass Aeschbacher noch im gleichen Monat auf der Lueg seine Hochzeit mit dem Götti-Meitschi von Jörg Moser feiern wird.

Aeschbacher übernahm im Schlussgang sofort die Initiative und bodigte Tobias Siegenthaler im ersten Zug mit innerem Haken und Nachdrücken. Bereits zuvor hatte er mit den beiden Ottenberger Gästen aus dem Thurgau, Stefan Burkhalter und Domenic Schneider, zwei Eidgenossen zu den Verlierern gereiht; einzig Simon Röthlisberger - schliesslich auf Platz 3 klassiert - musste er im fünften Gang ein Unentschieden zugestehen. Kranzschwinger Tobias Siegenthaler seinerseits gelang ebenso im fünften Gang ein Husarenstreich, als er den Eidgenossen Patrick Schenk zehnerte.

Im Anschwingen freute sich das Publikum auf den Spitzengang zwischen Domenic Schneider, wie Aeschbacher Viertklassierter am Unspunnen-Schwinget, und dem Oberaargauer Hoffnungsträger Remo Käser, an Unspunnen auf Platz 6 rangiert. Eher überraschend fertigte Schneider den Alchenstorfer ab, allerdings gab Käser den Wettkampf danach wegen einer Fussverletzung auf.

Den Lueg-Cup sicherten sich zum zweiten Mal nacheinander die Schwinger vom Schwingklub Herzogenbuchsee. Den Nachwuchswettkampf entschied Lukas Tschumi zu seinen Gunsten.

Und schliesslich wurde nach vielen Jahren wieder einmal ein Steinstossen durchgeführt; dafür wurde der 54 kg schwere "Lueg-Chemp" (aus der Emme gewonnen) aus dem Stand gestossen. Mit 3.17 Metern Weite setzte sich Pascal Mürner um 4 Zentimeter gegenüber David Sampt durch und liess dabei etliche Unspunnen-Stösser hinter sich. Das Steinstossen soll künftig wieder regelmässig durchgeführt werden.

Rangliste

1. Aeschbacher Matthias, Rüegsauschachen 58.50 Schlussgang
2. Schneider Domenic, Friltschen 57.75
3. Röthlisberger Simon, Leimiswil 57.50
4a. Siegenthaler Tobias, Biglen 57.25 Schlussgang
4b. Mathys Simon, Walliswil b. Wangen 57.25
4c. Binggeli Dominik, Riggisberg 57.25
5. Berger Lorenz, Niederscherli 57.00
6a. Weyermann Florian, Lotzwil 56.50
6b. Rolli Martin, Riggisberg 56.50
7a. Gasser Dominik, Eggiwil 56.00
7b. Kropf Thomas, Rüedisbach 56.00
7c. Blatter Remo, Tscheppach 56.00

Notenblatt des Siegers Aeschbacher Matthias

+ Burkhalter Stefan 10.00
+ Kropf Thomas 10.00
+ Berger Lorenz 9.75
+ Schneider Domenic 10.00
Röthlisberger Simon 8.75
+ Siegenthaler Tobias 10.00

Schlussrangliste Oberaargauer Lueg-Cup

1. Schwingklub Herzogenbuchsee 903.00
2. Schwingklub Langenthal 890.75
3. Schwingklub Kirchberg 890.25

Nachwuchswertung Oberaargauer Lueg-Cup

1. Tschumi Lukas, Wolfisberg 221.25
2. Scheidegger Marc, Pfaffnau 221.00
3. Röthlisberger Florian, Melchnau 218.50

Schlussrangliste Steinstossen, 54 kg Lueg-Chemp

1. Mürner Pascal, Reichenbach 3.17 m
(Vorrunde 3.13 m)
2. Sampt David, Bigenthal 3.12 m
(Vorrunde 3.15 m)
3. Zehnder Markus, Höfen 3.11 m
(Vorrunde 3.11 m)
4. Jörg Andreas, Hasle-Rüegsau 3.01 m
(Vorrunde 3.05 m)
5. Wyss Christian, Kirchberg 2.96 m
(Vorrunde 3.04 m)

 

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